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Was ist Taijiquan?

Für mich rangiert diese Frage ungefähr auf der selben Stufe wie die Frage nach dem Sinn des Lebens.

Generell: Mit Taijiquan wird eine chinesische Kampfkunst bezeichnet.  Wikipedia  gibt einen guten ersten Überblick. Dort werden auch die unterschiedlichen Stilrichtungen genannt.

Ich selbst lerne und unterrichte den Stil von Huang Sheng Shyan (Master Huang), der wiederum ein Schüler des im Westen bekannteren Zheng Manqing (Cheng Man-ch’ing) war. Daher entspricht die von mir praktizierte Kurzform weitgehend der von Zheng Manqing aus dem Yang-Stil entwickelten. Weiterlesen

Schein und Sein und Taijiquan

Da ich regelmäßig Facebook verwende, gelangen dort auch immer wieder Filmaufnahmen von Taijiquan-Praktizierenden in mein Blickfeld. Was wird dort eigentlich gezeigt, ist es Schein oder Sein („echtes“ Taiji)? Ist da überhaupt eine Beurteilung möglich?

Entgegen meiner Gewohnheit habe ich mich dazu hinreißen lassen, ein Video ( dieses ) in Facebook wie folgt zu kommentieren: „Sieht für mich aus wie Wrestling oder Stierkampf, nicht wie Taijiquan.“ Weiterlesen

Fixed Push Hands – Meins und Deins

Bei den „Fixed Push Hands“ handelt es sich um Partnerübungen im Taijiquan, bei denen der Ablauf der Bewegungen genau vorgeschrieben ist. Die Rolle des „Angreifers“ und des „Verteidigers“ wechselt ohne Unterbrechung zwischen den beiden Übenden hin und her.

Es ist Teil der Übung, durch Fühlen herauszufinden, wann der aktive und wann der passive Part beginnt und endet. Wann bin ich „Angreifer“, ab wann „Verteidiger“? Weiterlesen

  1. Taijiquan kann ich allein ebenso üben wie zusammen mit anderen Menschen.
  2. Taijiquan erfordert keine spezielle Kleidung oder Ausrüstung.
  3. Taijiquan kann in Räumen ebenso wie in der Natur geübt werden.
  4. Taijiquan ist Meditation in Bewegung.
  5. Taijiquan fördert meine Gesundheit, körperlich, emotional, geistig und seelisch.
  6. Ich werde nicht zu alt dafür. Nie!
  7. Taijiquan ermöglicht mir Selbstverteidigung, körperlich, emotional, geistig und seelisch.
  8. Die Fähigkeiten im Taijiquan können immer weiter verbessert werden – in jedem Alter.
  9. Die Beschäftigung mit den Klassischen Schriften erweitern meinen geistigen Horizont.
  10. Ich erkenne mich selbst (naja, es wird schon…).

Leitbild

Um ein Land gut zu regieren
gibt es nicht Besseres als Zurückhaltung.
Was einen zurückhaltenden Menschen auszeichnet
ist die Freiheit von seinen eigenen Ideen.
Tolerant wie der Himmel
alles durchdringend wie das Sonnenlicht
standhaft wie ein Berg
biegsam wie ein Baum im Wind,
hat er kein Ziel vor Augen
und nutzt alles was ihm das Leben
über den Weg schickt.
Nichts ist unmöglich für ihn.
Weil er losgelassen hat
kann er für das Wohlergehen der Menschen sorgen
wie eine Mutter für ihr Kind.

Laotse, Tao Te King

 

Wieso denn Quanten beim Taijiquan?

Ich liebe das Wort „Quanten“ aus meiner norddeutschen Kindheit. „Nimm mal Deine Quanten da weg.“, hieß es, wenn die Füße im Weg waren.

Inzwischen sind die Quanten aus und die gleichnamige Physik in aller Munde. Ihr Verhalten passt zum Zeitgeist: Je nach Betrachtung zeigen sie sich als Materie oder Welle. Diese Quanten sind nicht so eindeutig wie die Füße, aber nicht minder spannend.

Einige Forscher meinen inzwischen, das, was die Chinesen vor ewigen Zeiten als Qi bezeichneten, sei möglicherweise dasselbe, was die Physiker heute als Quanten untersuchen. Warum nicht? Immerhin stimmt schon mal der Anfangsbuchstabe überein…

Wie dem auch sei: Für mich passen Quanten und Taijiquan hervorragend zusammen. Auf der rein körperlichen Ebene, denn Taijiquan hat viel mit den Füßen zu tun. Mit Stehen, Standpunkt, Schritten, auch Tritten. Und Schuhen… Aber auch unter dem Aspekt, dass der Betrachter das Ergebnis (Materie oder Welle) beeinflusst. Das gehört wieder in den Bereich, der mit Worten schwer zu erklären ist. Manches muss erlebt werden, um verstanden werden zu können.

Die Erfahrungen, die im Zusammenhang mit Taijiquan gemacht werden, können auf jeden Fall Quantensprünge bewirken im Hinblick auf das Verständnis vom Selbst, dem Leben und dem Wirken. Oder wie Cheng Man Ching von Wolfe Lowenthal in seinem Buch „Es gibt keine Geheimnisse“ zitiert wird:

Dies ist kein Spiel. Um was es uns hier wirklich geht, ist das Erforschen des Dao.“