Archiv der Kategorie: … und umzu

Taijiquan – ein hübscher Tanz

Nach einem mehrtägigen Workshop verabschiedete sich ein anderer Teilnehmer von mir mit freundlichem Lächeln und den Worten „beautiful dance“. Wie bitte? Hätte ich fragen mögen, doch dieser nette Tscheche konnte leider so gut wie kein Englisch. Außerdem trennten sich unsere Wege gerade. „Hübscher Tanz.“ Ich hatte keine Idee, was er mir damit sagen wollte. Der Workshop hatte wahrlich nichts mit Tanz zu tun. Beautiful Dance… was meinte er bloß?

Irgendwann dämmerte mir, dass er mich morgens vermutlich durchs Fenster beim Taijiquan-Üben beobachtet haben konnte. Taijiquan  als „Beautiful Dance“. Mein Laufen der Form sah für ihn also aus wie ein Tanz. Manch einer könnte das durchaus als beleidigend empfinden. Kämpfe sind schließlich eine ernste Angelegenheit und kein hübsches Tänzchen. Weiterlesen

Taijiquan nach Huang Sheng-Shyan

Huang Sheng-Shyan (auch: Huang Xingxian) war der Lehrer meines Lehrers Wee Kee Jin. Er lebte von 1910 bis 1992. Da mir zur Zeit seines Todes nicht einmal der Begriff Tai Chi bekannt war, habe ich selbstverständlich keine eigenen Erlebnisse oder Erfahrungen mit Meister Huang machen können. Er ist mir einzig durch die Erzählungen von Jin und eigenen Recherchen bekannt.

Der Kämpfer

Begonnen hat Meister Huang seine Kampfausbildung mit Fujian White Crane, sein Lehrer war nach Jins Angaben Xie Zhong Xiang oder Xie Zhongxiang (1852 – 1930). Weiterlesen

Taijiquan nach Cheng Man-Ching

Cheng Man Ch’ing (oder Zheng Manqing) lebte von 1900 – 1975, daher konnte ich auch ihn und sein Taijiquan leider nicht persönlich kennenlernen. Das hätte ich gern, denn ich habe einiges über ihn und sein Leben gelesen, was ich mit eigenen Eindrücken gerne würde abgleichen wollen.

Taijiquan in Lang- und Kurzform

Er lernte und unterrichtete Yang-Stil Taijiquan, denn sein Lehrer war Yang Chengfu. Dieser war ein Enkel des Begründers des Yang Stils. Er soll sehr talentiert, aber auch sehr dick gewesen sein. Jedenfalls nahm er viele Änderungen zum Kampfstil seiner Ahnen vor, Weiterlesen

Farewell Taijiquan in Plankstetten

Am Sonntag ist es soweit: das (vorerst?) letzte mal Taijiquan mit Wee Kee Jin  in Plankstetten. Da kommt schon etwas Wehmut auf. Fast. Seit ich im Frühjahr 2010 das erste Mal in Plankstetten war, habe ich dort so einiges ausprobiert. Teilweise auch unfreiwillig.

Taijiquan-Albtraum der Stufen

Mein erstes Interesse richtete sich in den ersten Tagen der Umgehung der Treppen zur Turnhalle. Ehrlich gesagt war es notwendig sie – wie auch immer – zu umgehen, weil meine Beinmuskulatur damals so furchtbar weh tat, dass jede Stufe eine Qual war. Es gibt reichlich Treppenstufen in Plankstetten. Weiterlesen

#Taijidialog

Unser #Taijidialog ist fertig!

Herbert und ich haben uns irgendwann eine Art freiwilliges Schweigegelübde auferlegt. Unsere Diskussionen über unser Verständnis des Taijiquan waren zwar immer sehr angeregt und anregend. Nur waren sie auch so flüchtig. All die schönen Argumentationen, Gründe, Fingerzeige, Hinweise – weg, futsch, dahin. Wie schade. Das ärgerte uns und so entstand die Idee den Dialog schriftlich zu führen, einen #Taijidialog zu erschaffen. Weiterlesen

Foto: privat

Taijiquan-Blog im Duett mit Angelika

Qialance-Bloggerin Angelika Fritz kontaktierte mich vor einigen Wochen mit der Bitte um ein Blogger-Interview. Da habe ich gerne zugesagt. Aber nur unter der Bedingung, dass ich auch ein wenig mehr über sie und ihren Taijiquan-Blog erfahre. Daraus entstand unser heutiger  „Parallel-Blog“. Meine Antworten auf Angelikas Fragen findet ihr hier auf Qialance.

Das Interview mit Angelika Fritz – Qialance

Angelika, kannst Du bitte ein bisschen mehr zu Deiner Person sagen.

Ich heiße Angelika Fritz. Ich wohne mit meiner Familie in München. Und ich blogge über meine große Leidenschaft: Taijiquan und Qi Gong. Weiterlesen

Taijiquan und entspannter Sellerie

Obwohl es zumindest aus meiner Sicht naheliegend ist, sich neben Taijiquan auch mit Nahrungsmitteln zu beschäftigen, geht es dem Titel zum Trotz nicht um Sellerie. Weder als Staude noch als Knolle. Als ich die ersten Male bei Wee Kee Jins Workshops dabei war, bestanden meine Englischkenntnisse aus angestaubtem Schulenglisch ergänzt durch Fachtermini, die mein damaliger Beruf mit sich brachte. Weiterlesen

Taijiquan – Grenzerfahrung

Ein kurioses Erlebnis im Zusammenhang mit Taijiquan hatte ich eines morgens als ich die Loosenings  übte. Zu dieser Zeit gelang es mir regelmäßig eine Stunde eher aufzustehen und in aller Ruhe Taijiquan zu üben. Es war Winter, draußen noch dunkel, und ich stand in unserem Wohnzimmer, lauschte dem leisen Schnarchen meines Hundes und war meistens auch noch gar nicht ganz wach.

Das änderte sich an einem Tag schlagartig. Ich hatte die erste Loosening begonnen, stieg an der Mittellinie und drehte langsam zur rechten Seite – als es mich wie eine riesige Welle überrollte. Weiterlesen

Taijiquan-Kekse

Diese Überschrift konnte ich mir gerade nicht verkneifen, nachdem ich in Facebook zum wiederholten Mal eine Diskussion verfolgt habe, in der es darum ging, was im Zusammenhang mit Taijiquan „geht“ oder „nicht geht“. Es kommt mir vor, als bräuchten wir ein Reinheitsgebot für Taijiquan, ähnlich wie beim Bier.

Doch kommen wir zum Wesentlichen, dem Rezept für Taijiquan-Kekse. Bisher hießen sie bei mir „Haferflockenkekse von Tante Jutta“, aber wie ich meine Tante einschätze, wird sie mir die Umbenennung nicht verübeln. Weiterlesen

3. Push Hands Treffen in Hassfurt – Vorfreude

Nun ist es bald wieder so weit und ich freue mich schon wie ein Stint auf das 3. Push Hands Treffen in Hassfurt. Als Roland von Loefen vor 2 Jahren dieses Treffen ins Leben rief, bin ich noch mit deutlich gemischten Gefühlen hingefahren. Ich hatte bis dahin keinerlei Erfahrungen mit Taiji-Praktizierenden aus anderen Stilrichtungen gemacht und fragte mich, was mich nun wohl erwartete. Da ich aber von den Workshops mit meinem Lehrer Wee Kee Jin bereits mit der Abfolge der drei Stand-Arten beim Pushen (V-Stand, Parallel-Stand, Bogenstand) vertraut war und miterlebt hatte, dass die Qualität der Push-Hands sich dadurch dramatisch verbesserte, war ich optimistisch die Tage in Hassfurt ohne Blessuren zu überstehen.

Das Ambiente ist einfach umwerfend! Veranstaltungsort ist die „Alte Mainmühle“, ein wunderschön restauriertes Gebäude, das direkt am Main liegt. Dort üben einige außerhalb der Trainingszeiten für sich allein. Manchmal auch mit schwimmenden Beobachtern. Weiterlesen