Schlagwort-Archive: Anpassung

Taijiquan – Kampfsport oder Kampfkunst?

Ist Taijiquan nun ein Kampfsport oder eine Kampfkunst? Und taugt es wirklich zum Kämpfen? Diese Frage ist Teil der Frage: „Was ist Taijiquan?“, die nicht nur mich wieder und wieder beschäftigt.

Martial Art, eine kämpferische Kunst. Der Begriff Kunst beschreibt, dass zum Ausüben einer Tätigkeit mehr gehört als Übung: Wissen, Weisheit, Kenntnis. Oh, ja, da stimme ich zu: Taijiquan will durchdrungen sein. Kunst kommt von Können. Wird Taijiquan als Bewegungskunst tituliert, findet das breite Akzeptanz. Weiterlesen

Taijiquan-Kekse

Diese Überschrift konnte ich mir gerade nicht verkneifen, nachdem ich in Facebook zum wiederholten Mal eine Diskussion verfolgt habe, in der es darum ging, was im Zusammenhang mit Taijiquan „geht“ oder „nicht geht“. Es kommt mir vor, als bräuchten wir ein Reinheitsgebot für Taijiquan, ähnlich wie beim Bier.

Doch kommen wir zum Wesentlichen, dem Rezept für Taijiquan-Kekse. Bisher hießen sie bei mir „Haferflockenkekse von Tante Jutta“, aber wie ich meine Tante einschätze, wird sie mir die Umbenennung nicht verübeln. Weiterlesen

Taijiquan als geschützter Raum

Einer der für mich wertvollsten Aspekte des Taijiquan ist, dass ich im Training einen geschützten Raum, eine Umgebung finde, in der ich mich gefahrlos ausprobieren kann. Was soll das heißen? Nach meinem Eindruck sind nicht nur viele Sätze der chinesischen Klassiker zunächst nicht zu verstehen. In der Regel verstehen wir uns und unsere Handlungen auch ohne Taijiquan schon selten oder nie. „Wie konnte ich das nur tun?“, „Warum passiert mir das schon wieder?“ oder „Warum immer ich?“ Kennen wir doch alle.

Es bedarf daher konkreter Handlungen, um mehr über mich und meine Handlungsfähigkeit in Erfahrung zu bringen. Weiterlesen

Nutzen des Taijiquan – Intro

Offenbar meinen viele Menschen, mit einer Art Kurzformel den Wert des Taijiquan, den Nutzen auf den Punkt bringen zu können. Auf unglaublich vielen Internetseiten, die in Verbindung zum Taijiquan-Unterricht stehen, findet sich der Satz:

„Wer Tai Chi Chuan übt, wird beweglich wie ein Kind, kräftig wie ein Holzfäller und gelassen wie ein Weiser.“

Bewegliche Kinder haben wir alle schon einmal beobachtet, etwa das Baby, das genüsslich am großen Zeh nuckelt. Holzfäller, naja, derer kenne ich nicht so viele, eigentlich gar keine. Aber schwitzende Brautpaare, die gemeinsam durch einen Baumstamm sägen, habe ich auch schon öfter gesehen (und von ganzem Herzen bedauert). Bei den Weisen kommt mir am ehesten der Dalai Lama in den Sinn, den ich allerdings nicht persönlich kenne. Aber in den Medien erscheint er stets heiter und gelassen. Beweglichkeit, Kraft und Gelassenheit, das klingt alles super, nicht wahr? Weiterlesen

Balance, die zweite – Gewackel

Die Gedanken, die ich dank der Genervtheit von Frau Förster notierte, haben weitere nach sich gezogen. Anhaltendes Nachdenken hilft, das wird heutzutage leider meist unterschätzt.

Seit ich mit dem Taijiquan (Tai Chi Chuan) angefangen habe, richte ich mich, also meinen Körper, an einer gedachten senkrechten inneren Linie aus. Diese Linie zentriert mich, ich richte mich auf, der Kopf ist in der Vorstellung „am Himmel“ aufgehängt. In dieser Position soll jede überflüssige Spannung der Muskeln losgelassen werden, um möglichst mühelos zu verweilen. So weit, so gut.

Bereits geraume Zeit störte ich mich beim Üben daran, dass ich zunehmend ein inneres „Gewackel“ feststellte. Weiterlesen