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Taijiquan-Blog im Duett mit Angelika

Qialance-Bloggerin Angelika Fritz kontaktierte mich vor einigen Wochen mit der Bitte um ein Blogger-Interview. Da habe ich gerne zugesagt. Aber nur unter der Bedingung, dass ich auch ein wenig mehr über sie und ihren Taijiquan-Blog erfahre. Daraus entstand unser heutiger  „Parallel-Blog“. Meine Antworten auf Angelikas Fragen findet ihr hier auf Qialance.

Das Interview mit Angelika Fritz – Qialance

Angelika, kannst Du bitte ein bisschen mehr zu Deiner Person sagen.

Ich heiße Angelika Fritz. Ich wohne mit meiner Familie in München. Und ich blogge über meine große Leidenschaft: Taijiquan und Qi Gong. Ich verbringe also die Vormittage mit Taijiquan, Qi Gong und meinem Blog und nachmittags genieße ich die Zeit mit meinen Kindern. Übrigens: mein Blogname Qialance setzt sich zusammen aus Qi und Balance!

Welchen Taijiquan-Stil machst Du und warum? Welchen Schwerpunkt setzt Du: Gesundheit, Kampf, Meditation, Philosophie…?

Ich habe vor über 10 Jahren mit Taijiquan und Qi Gong angefangen. Ich erfreue mich von Anfang an an der langen Yang-Form. Beim Taijiquan ist mir auch durchaus der kämpferische Aspekt wichtig. Ich finde Anwendungen sehr interessant, sie sind ja quasi der Grund oder die Ursache für eine Bewegung. Ich mag auch sehr diese besondere Form der Konzentration, wenn ich die Form komplett laufe und eben aufpassen muss, mich nicht zwischendurch zu “verlaufen”. Gut, das könnte man auch Meditation nennen. Der gesundheitliche Aspekt steht für mich beim Qi Gong im Vordergrund. Ich übe vor allem bewegtes Qi Gong. Aber seit ein paar Monaten bin ich auch im Sitzen angekommen und meditiere fast täglich.

Mir waren Qi Gong und Meditation im Sitzen bisher zu langweilig, aber in letzter Zeit kann ich mich mehr dafür begeistern. Für mich gibt es keine Trennung der unterschiedlichen Aspekte des Taijiquan, ich meine, sie sind alle enthalten, ob sie bewusst wahrgenommen werden oder nicht. Aber ich begeistere mich auch für die Anwendungen mit Partner/Gegner. Diese verstehe ich als Kontroll- und Korrekturmöglichkeit für meine Bewegungen in der Form.

Was ist der größte Nutzen von Taijiquan/Qi Gong für Dich? Wobei hilft es Dir?

Als ich angefangen habe mit Taijiquan, da ging es mir vor allem darum, mein Gedankenkarussel in eine andere Richtung zu lenken. Ich habe damals als Unternehmensberaterin gearbeitet und Joggen hat mir einfach nicht geholfen. Durch Taijiquan und Qi Gong konnte ich mich vollständig auf meinen Körper konzentrieren und dadurch zur Ruhe kommen. Was passiert, wenn ich NICHT übe, habe ich in der ersten Zeit mit meinen Kindern gelernt. Als sie noch Babies waren habe ich monatelang fast gar nicht geübt. Das war keine leichte Zeit. Jetzt, wo ich wieder so richtig loslege, merke ich erneut, wie gut mir Taijiquan und Qi Gong tut. Wie leichter und entspannter mein Tag abläuft, wenn ich geübt habe! Genau darum ist es mir auch so wichtig, möglichst jeden Tag irgendetwas zu tun: Taijiquan, Qi Gong und/oder Meditation. Ich bin einfach ausgeglichener.

Was würdest Du jemandem raten, der/die schon länger Taijiquan macht?

Egal wie lange oder kurz jemand Taijiquan oder Qi Gong macht, ich rate allen: ÜBEN ÜBEN ÜBEN! Deshalb schreibe ich auf meinem Blog auch immer mal wieder übers Üben: darüber, wie man es schafft täglich zu üben. Wie es eine Routine, eine Gewohnheit wird und wie man sich motiviert.

Das klingt so ein bisschen nach Drill, findest Du nicht? So wie beim Zähneputzen: Die Vernunft muss zu siegen! Persönlich fand und finde ich das tägliche Üben gar nicht schwer. Ich nenne es gern meinen Wellness-Mini-Kurzurlaub: Im Taiji-Üben bin ich ganz bei mir und tue mir selbst Gutes, es ist wie eine Massage von Innen. Dafür stehe ich sogar eher auf (und das will bei mir was heißen).

Wer waren bzw. sind Deine wichtigsten LehrerInnen?

Meine wichtigste Lehrerin ist ganz klar meine erste Lehrerin: Winnie Weber vom Tai Chi Forum Frankfurt. Ich bin immer noch so froh und dankbar, dass ich bei ihr gelandet bin und mich bei ihr so weit entwickeln konnte. Der nächste logische Schritt war für mich dann auch, bei Winnies Lehrer zu lernen: Volker Jung vom Tai Chi Forum Deutschland. Bei ihm habe ich sehr intensive Wochenenden verbracht und z.B. auch eine Fächer-Form gelernt. Meine absolute Lieblingswaffe ist nämlich der Fächer! Einen Umzug und zwei Kinder später lerne ich inzwischen bei Andreas W. Friedrich in München. Das Interessante ist dabei, dass Andreas und Volker vor langer Zeit beide bei Meister Chu King Hung die lange Yang-Form gelernt haben. So kann ich also “meine” Form weiter vertiefen, erfahre durch Andreas aber noch ganz neue Aspekte.

Und bei wem würdest Du gerne mal ein Seminar besuchen?

Naja, da zwei meiner Lehrer von Meister Chu gelernt haben, würde ich natürlich gerne mal bei ihm ein Seminar besuchen! Ich war inzwischen auch schon längere Zeit nicht mehr bei Meister Zhi Chang Li zum Stillen Qi Gong oder bei Meister George Xu zum Thema Taijiquan. Ihre Seminare habe ich immer sehr genossen und hoffe, dass ich mal wieder bei ihnen meine Fähigkeiten weiter vertiefen kann.

Welche Bücher nimmst Du immer wieder gerne zur Hand?

Oh, es gibt so viele Bücher, die ich gerne lese, je nachdem, womit ich mich gerade beschäftige. Deshalb gibt es auf meinem Blog auch immer wieder Buchempfehlungen und sogar eine ganze Seite, die ich nur Büchern widme! Außerdem lese ich natürlich auch gerne andere Blogs. Da wären zum einen meine Top 10 der deutschsprachigen Qi-Blogs. Und auf Englisch lese ich sehr gerne Violet Li’s Tai Chi Examiner.  Und dann möchte ich noch die Ernährungsberatung aus Wien nennen. Dort lese ich und lerne ich sehr gerne über Ernährung nach TCM. Ich habe auch schon einige Rezepte ausprobiert.

Ja, mmh, Essen und Taijiquan scheinen zusammen zu gehören. Und Literatur, aus allen möglichen Bereichen. Es findet sich immer auch in ganz anderen Themenbereichen wieder ein Satz oder Hinweis, den ich dann im Taijiquan ausprobiere.

Liebe Angelika, ich hoffe, wir setzen unseren Austausch irgendwann einmal fort und schauen, was sich weiter entwickelt in unserem Taijiquan-Erleben.

Ja, München und Nürnberg ist echt nicht weit voneinander entfernt! Nur leider bin ich eigentlich immer hier in München, mit den kleinen Kindern bin ich im Moment nicht so viel unterwegs und flexibel. Aber vielleicht hast Du ja mal Lust auf ein Wochenendseminar herzukommen? Ich bin auch im Taiji Qigong e.V., da gibt es immer wieder gute Angebote. Im Herbst kommt auch jemand von der Yang-Familie, mal sehen, ob ich an dem Wochenende meine Familie allein lassen darf. 😉

Ach, Zeit ist so ein knappes Gut, gerade am Wochenende. Zumal ich dann selbst auch Workshops anbiete. Aber „Besuch von der Yang-Familie“ klingt interessant, Danke für den Hinweis.

3 Gedanken zu „Taijiquan-Blog im Duett mit Angelika

  1. Angelika

    Liebe Katrin,
    wie schön, dass es mit unserem Duett geklappt hat! Und hoffentlich bald mal persönlich in Nürnberg oder München!
    Angelika

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  2. Rolf-Dieter Terfort

    Ich trainiere erst seit Mai 2015 Tai Chi in einer Dortmunder Kampfkunstschule, bin also noch absoluter Anfänger. Mein Meister ist Teakwon Do Lehrer, der diesen Sport seit ca. 55 Jahren betreibt und für sich selber seit ca. 25 Jahren Tai Chi als „Ausgleichsweg“ (= meine Interpretation) gewählt hat. Ich kämpfe mit den wohl üblichen Anfängerschwierigkeiten, u.a. auch darum, wie ich das Üben im privaten Bereich fortsetzen kann. Bei Youtube sehe ich mir die umfangreichen Lehrvideos an, habe Bücher angelesen und bin interessiert an jeder Nachricht, die mich bei meinen Fragestellungen weiterbringt. Und so klicke ich natürlich auch bei Facebook an, was mir über Tai Chi in den Weg kommt. So bin ich auf Ihren Blog gestossen und glaube, das Ihr Wissen nützlich für Anfänger sein kann! Vielen Dank.

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    1. Katrin Beitragsautor

      Hallo Herr Terfort, so ein freundliches Feedback nehme ich gerne entgegen – und fasse es auch als Anregung für zukünftige Beiträge auf. Und ich gratuliere zu der Entscheidung, Taijiquan zu praktizieren.
      Ich danke Ihnen.

      Antworten

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