Archiv der Kategorie: … und umzu

„Einfach mal loslassen“ im Taijiquan

So sehr ich mich über die positive Resonanz zu meinem Beitrag Taijiquan – ein Geschenk des Himmels? gefreut habe – ganz glücklich bin ich damit nicht. „Unbedingt loslassen!“ hieß es da in den Kommentaren. Danke für die Anregung. Nur: Wie macht man das eigentlich?

„Manchmal muss man einfach mal loslassen“, heißt es. Das Wort „einfach“ im Zusammenhang mit „loslassen“ zu gebrauchen, empfinde ich schon fast als Zumutung.  Weiterlesen

Bloggen, Taijiquan und die Zombies

Mit dem Schreiben von Blog-Artikeln anzufangen unterscheidet sich für mich nicht wesentlich vom ersten Taiji-Lernen. Ich habe [Taijiquan: hatte] bestenfalls eine grobe Ahnung, wozu es gut sein könnte. Andere Menschen tun es auch, das ist für sich allein noch kein Grund. Aber sie tun es mit großer Begeisterung und finden es irgendwie toll. Das finde ich wiederum spannend.

Also werde ich es wohl selbst auch tun müssen, um herauszufinden, ob es für mich taugt. Wenn nicht, lass ich es eben wieder sein… Das war gerade die Theorie. Nun zur Praxis, denn alle Theorie ist grau. Weiterlesen

Andreas Gursky – Rhein II

Es gibt ein Poster von Andreas Gursky, das die Kunstwelt vor einigen Jahren durcheinander warf und vielerorts Beachtung fand: Rhein II. Es wird auch in diesem Bericht des br gleich zu Beginn gezeigt und besprochen. Gursky hat einen Abschnitt des Rheins fotografiert und anschließend am PC nachbearbeitet. (Nein, nein, das Bild über diesem Beitrag ist mein Foto, auch vom Rhein. Wegen Copyright und so, Sie verstehen.) Die Rheinische Post berichtete damals über die Entstehung des Bildes Rhein II, zeigt das Werk und zum Vergleich die Originalansicht. Weiterlesen

Die Mohnblüte zwischen den Steinen

Da war auf einmal diese winzige Mohnblume. Mitten im Pflaster.

Die Blume tat mir schrecklich leid: „So ein großer Garten“, dachte ich, „und ausgerechnet hier musst Du armes Ding nun wachsen?“ Die gesamte Anstrengung ist in diese eine kleine Blüte geflossen, für Blätter hat es schon nicht mehr gereicht. Karges Dasein, wahrlich kein leichtes Schicksal. Weiterlesen

Balance, die zweite – Gewackel

Die Gedanken, die ich dank der Genervtheit von Frau Förster notierte, haben weitere nach sich gezogen. Anhaltendes Nachdenken hilft, das wird heutzutage leider meist unterschätzt.

Seit ich mit dem Taijiquan (Tai Chi Chuan) angefangen habe, richte ich mich, also meinen Körper, an einer gedachten senkrechten inneren Linie aus. Diese Linie zentriert mich, ich richte mich auf, der Kopf ist in der Vorstellung „am Himmel“ aufgehängt. In dieser Position soll jede überflüssige Spannung der Muskeln losgelassen werden, um möglichst mühelos zu verweilen. So weit, so gut.

Bereits geraume Zeit störte ich mich beim Üben daran, dass ich zunehmend ein inneres „Gewackel“ feststellte. Weiterlesen

Genervt Ver#Querdenken!

Antwort auf Anja Försters Kolumne „Balance nervt!“ vom 1.9.2014 in der Zeitschrift Capital (http://www.capital.de/meinungen/balance-nervt.html)

Balance nervt – Capital 2014 Anja Förster (als pdf)

Frau Förster übernimmt in ihrer Kolumne die von ihr kritisierte vermeintliche Botschaft der Werbeindustrie: „Ja, Du kannst alles haben! Alles ist möglich! Du musst nur die richtige Balance finden.“ und kommt zu dem Schluss „Balance ist ein perfides psychologisches Spiel. Denn es gibt keine perfekte Lösung. […] Unter Umständen beinhaltet das „Ja“ […] gleich mehrere Neins. […] Und das bedeutet alles, nur keine Balance.“ Dabei benennt Frau Förster die derzeit üblichen Kriterien, die für „gelungene“ Lebenswege herangezogen werden, vorgebracht an Beispielen Prominenter: Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Kindern, Ehe und Familie sowie wirtschaftlicher Erfolg.

Hier beginnt für mich das eigentliche psychologische Spiel, das Frau Förster auch bereitwillig mitspielt. Weiterlesen